35 Jahre Kunstprojekt Synagoge Stommeln: Vorträge, Performances und Ausstellungen im erweiterten Programm
Im 35. Jahr seines Bestehens wird es deutlich erweitert: Künftig begleiten Vorträge und künstlerische Aktionen im öffentlichen Raum die jährlichen Ausstellungen in der Synagoge und vertiefen so den Austausch mit der Stadtgesellschaft.
Diese Weiterentwicklung hatte der Rat der Stadt Pulheim im Februar 2026 mit großer Mehrheit beschlossen. Im aktuellen Doppelhaushalt wurden die Mittel dafür auf jährlich 50.000 Euro erhöht und damit mehr als verdreifacht.
Der Vortrag von Prof. Dr. Frohne betrachtet das Projekt Synagoge Stommeln im Kontext einer künstlerischen Praxis, die historische Orte nicht als statische Erinnerungsorte begreift, sondern als offene Räume, die immer wieder neu aktiviert werden müssen.
Vor diesem Hintergrund ordnet der Vortrag auch die Erweiterung des Projekts Synagoge Stommeln ein, mit der die Stadt Pulheim ein deutliches Zeichen setzt und sich erneut zu ihrer historischen Verantwortung bekennt. Zugleich wird an diesem Tag das kommende Ausstellungsprojekt für den Spätsommer 2026 bekanntgegeben.
Eine weitere Veranstaltung folgt am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026: Unter der Leitung der Düsseldorfer Choreografin und Performance-Künstlerin Daniela Georgieva entsteht für das Projekt Synagoge Stommeln die Performance „Traces“ – gemeinsam entwickelt mit Josefine Luka Simonsen und Mihyun Ko (beide Choreografie und Tanz). „Traces“ verortet den Körper als offenen Raum, in dem individuelle und kollektive Erinnerungen aufeinandertreffen; als Träger von Erinnerungen, Erfahrungen und Geschichten. In stillen Gesten und langsamen Bewegungen wird sichtbar, wie sich Erlebtes im Körper einschreibt – als Haltung, als Bewegung, als Ausdruck von Emotion. Der Raum der Synagoge ist hier als Ort der Erinnerung und des Innehaltens einbezogen.
Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei. Für den Vortrag am 7. Mai wird um vorherige Anmeldung bis zum 4. Mai unter kulturabteilung@pulheim.de gebeten.
Termine:
Donnerstag, 7. Mai 2026, 18.30 Uhr – 19.30 Uhr
„Lebendige Erinnerung. Kunst als Denkmalpraxis: Die Synagoge in Stommeln im Kontext“
Vortrag von Prof. Dr. Ursula Frohne in der Synagoge Stommeln, Hauptstraße 85 a
Sonntag, 24. Mai 2026, 12.30 Uhr – 13.15 Uhr
Performance „Traces“ in der Synagoge Stommeln und im Stadtraum Stommeln
von Daniela Georgieva, Josefine Luka Simonsen, Mihyun Ko
Das Kunstprojekt Synagoge Stommeln
Die Synagoge Stommeln aus dem Jahr 1882 gehört zu den wenigen über die Zeit des Nationalsozialismus erhaltenen jüdischen Sakralräume in Deutschland. Seit 1991 haben sich auf Initiative der Stadt Pulheim hin zahlreiche Künstlerinnen und Künstler mit der Synagoge befasst und durch ihre Ausstellungen und Inszenierungen zu einer lebendigen Kultur der Erinnerung beigetragen. Dazu zählten unter anderem Jannis Kounellis, Richard Serra, Mischa Kuball, Carl Andre, Rebecca Horn, Lawrence Weiner, Rosemarie Trockel, Max Neuhaus, Daniel Buren, Gregor Schneider und Franz Erhard Walther.